Charakterfiguren von Angelika Littwin-Pieper und ihre Bedeutung für den Verein

Die Künstlerin Angelika Littwin-Pieper rückt Alter direkt ins Blickfeld.


Aber sie lässt auch Gemeinschaft erfahrbar werden.
Nähe und Distanz bleiben dennoch in Balance.

Wir danken der Künstlerin Angelika Littwin-Pieper, Feldafing/ Starnberger See, dass wir ihre Charakterfiguren in unser Erscheinungsbild einbringen dürfen und anlässlich des 10jährigen Jubiläums des Fördervereins sie sogar in einer Ausstellung in München, die vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert wurde, zeigen durften.

Was haben nun die Figuren von Frau Littwin-Pieper mit uns, dem Förderverein, gemein? Sie fesseln und begeistern mit ihrer Botschaft, ihrer Idee, so wie die Idee des ‚gemeinsamen Wohnens im Alter' überzeugt. Die Figuren stellen gealterte Personen dar, die nicht abstoßend wirken, ganz anders als die meisten Bilder in den Medien. Sie sind originell und skurril, eigenwillig und liebenswert - genau wie wir.

Frau Littwin-Pieper lässt das Alter und das Älterwerden in einem solch warmen Licht erscheinen, dass der ZuschauerIn die Angst vor dem Altwerden, dem körperlichen Verfall, genommen wird. Die Figuren von Frau Littwin-Pieper wirken nicht einsam oder dissozial, sondern engagiert im Hier und Jetzt. Sie strahlen Zuversicht und Freude aus und schämen sich auch nicht ihrer Kleidung vom Trödelmarkt oder ihrer eleganten Erscheinung, so als würden sie über sich reflektieren können. Wer die Figuren ansieht, tritt in ihren Bann, beginnt eine lebendige Beziehung zu ihnen - kann sie nicht so schnell vergessen und sieht überall, z.B. auf Zeitungsfotos vom Bundesverfassungsgericht in seinen roten Roben, Figuren von Littwin-Pieper.

Aber es ist nicht nur der künstlerische Aspekt, der fasziniert, die große Ausstrahlung der Figuren, sondern auch die gesellschaftspolitische Aussage. Wir lernen alte Leute wertschätzen und beobachten ihre Einzigartigkeit, ihre Würde. Alte sind, wenn sie nicht instrumentalisiert werden, kein demografischer "Altenberg", keine rentenpolitische Last, denn sie haben der jüngeren Generation viel zu sagen, so wie die Jungen die Idee der Wohngemeinschaft den Alten vorgelebt haben. In dieser Altengeneration ist es endlich möglich, glücklich in einer "Alten-WG" alt zu werden, was der Generation vorher noch nicht möglich war. Ihnen blieb nur der geregelte und fremdbestimmte Alltag in einer Alteninstitution übrig. Darum sind wir von der künstlerische Arbeit von Frau Littwin-Pieper so fasziniert.